Dryas Verlagspost März 2016 - Verbrechen in Oxford

Dryas Verlagspost März 2016 - Verbrechen in Oxford

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, Ihnen in diesem Newsletter unseren frisch erschienenen Krimi „Ein Fehler mit Vergangenheit“ von Katharina M. Mylius vorzustellen. Im dritten Band der erfolgreichen Oxford-Krimireihe um die sympathische Ermittlerin Heidi Green stürzt der junge, beliebte Polospieler Graham Spencer während eines Turniers vom Pferd und stirbt. Dabei weisen die Spuren des Mords auf dessen Ex-Freundin Cecilia Hillington, die vor sieben Jahren auf unerklärliche Weise verschwand. 

Die Autorin Katharina Mylius hat uns für diesen Newsletter ein Interview gegeben, ich lade Sie daher ein, sich mit ihr auf eine Reise nach Oxford zu begeben und 

Autorin Katharina M. Mylius und ihre Liebe zu Oxford

Katharina M. Mylius, 34, lebt nach sechs Jahren England seit 2015 in Hamburg. Im Interview verrät sie mehr über ihre Romanheldin Heidi und ihre eigene Liebe zu Oxford.

Deine Hauptfigur Heidi ist eine Frau in den Dreißigern, die den Spagat zwischen Job mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und zwei Kleinkindern hinbekommen muss. Wieso ist die Figur Heidi so, wie sie ist? Die etwas chaotische Heidi mit den quirligen Zwillingen empfinde ich als einen guten Gegenpol zu ihrem eher lässigen Partner Frederick, dem breitschultrigen Inspector aus Nordengland. Gab es dafür reale Vorbilder?

Ich denke, heutzutage ist fast jede Frau mit kleinen Kindern eine Heidi, weil sie eben nicht nur Mutter sein möchte, sondern sich auch beruflich verwirklichen will. Und in Heidi spiegeln sich meine eigenen leicht chaotischen Erfahrungen als Babysitterin meiner beiden sehr lebhaften Patenkinder wider.

Heidi hat, so erfährt man, deutsche Großeltern - welche Rolle spielt das für deine Krimis?

Es spielt insofern eine Rolle, da ich selbst eine sehr enge Bindung zu England habe. Ich habe nicht nur meine Ferien bei Verwandten in England verbracht, sondern nach dem Studium fast sechs Jahre dort gelebt. Da einige von Heidis Charakterzügen nicht typisch englisch sind, konnte die Figur Heidi für mich nicht nur englisch sein, sondern ich wollte ihr etwas Deutsches mitgeben. So entstand die Verbindung über Heidis deutsche Mutter und die deutschen Großeltern. Frederick hingegen ist ein echter Engländer aus Liverpool, wie er im Buche steht.

Man erfährt in deinen Krimis auch viel über die britische Upperclass - hast du Oxford auch so erlebt?

Ich habe in Oxford viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt, mit denen ich auch heute noch sehr gut befreundet bin. Da trifft man auf einer Party schon mal den Sohn eines berühmten Industriellen oder steht im Pub neben der Tochter eines renommierten Schauspielers für einen Gin Tonic an. Das gehört in Oxford einfach dazu und macht Oxford für mich aus.

Ist Oxford ein besonders krimineller Ort?

Nein, auf keinen Fall. In einer kleinen Stadt wie Oxford kennt man sich und kein Verbrechen würde lange unentdeckt bleiben. Aber die architektonisch und atmosphärisch außergewöhnliche Stadt bietet einfach eine wunderschöne Kulisse für meine Kriminalgeschichten.

Dein aktueller Roman "Ein Fehler mit Vergangenheit" spielt zum großen Teil im Blenheim Palace - wie bist du auf diesen Ort gekommen?

Ich bin ein großer Churchill-Fan und das Schloss ist der Geburtsort Winston Churchills. Es ist der größte nicht königliche Adelssitz in Großbritannien. Wer nach Oxford reist, sollte unbedingt einen Abstecher dorthin machen, denn das Schloss und sein Park mit dem großen See sind wirklich beeindruckend. Auch Teile des neusten James-Bond-Films "Spectre" wurden dort gedreht.

Auch in deinem ersten Roman "Die Toten vom Magdalen College" ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort der Tatort eines Mordes - warum gerade dort?

Das Magdalen College ist mit seinem Hirschpark für mich eines der schönsten Colleges Oxfords. Eine sehr gute Freundin, die im Magdalen studiert hat, hat mich dort herumgeführt und mir Ecken gezeigt, die man als Tourist nicht zu sehen bekommt. Außerdem hat sie mir viele Interna verraten und mich zu einem Alumni-Dinner eingeladen. Der Abend begann mit einem Champagnerempfang im Innenhof des Colleges gefolgt von einem Sechs-Gänge-Menü in der wunderschönen Dining Hall. Die Anfangsszenen von „Die Toten im Magdalen College“ habe ich also tatsächlich selbst erlebt – bis auf den Mord!

In "Bloody Rosemary" wird dagegen die ehrgeizige Inhaberin eines Nobelrestaurants ermordet - wie kamst du auf diese Idee?

Auch wenn die englische Küche bei uns leider nicht den allerbesten Ruf hat, finde ich, gibt es doch viele Leckereien auf der Insel wie zum Beispiel das Englische Frühstück, den Sunday Roast, Fish and Chips oder das Trifle. Besonders die traditionelle Küche aus Oxfordshire ist sehr spannend, denn beispielsweise in den Colleges werden teilweise seit Jahrhunderten Rezepte von Generation zu Generation weitergereicht. Diese Tradition und die legendenumwobenen Dining Clubs der Colleges haben mich auf die Idee gebracht, den Krimi in diesem Milieu spielen zu lassen. In Bloody Rosemary gebe ich einen kleinen Vorgeschmack auf Oxforder Köstlichkeiten – wer in Oxford ist, sollte unbedingt in einem der traditionellen Restaurants essen. Als kleines Schmankerl habe ich im Anhang des Krimis noch einige original Rezepte aus der Region angefügt.

Du lebst seit Ende letzten Jahres in Hamburg - vermisst du Oxford?

Oh ja, am meisten vermisse ich die besondere Atmosphäre der Stadt, die mit ihren historischen Colleges und deren vielen Türmen für mich einzigartig ist und die ein fast südländisches Flair umgibt. Und wie im Süden scheinen auch in Oxford die alten Uhren der Colleges ein wenig langsamer zu ticken. Ein typischer Samstag in Oxford beginnt mit einem Besuch auf dem Bauernmarkt, geht weiter mit einem Tee und Scones in einem kleinen Café und dann folgt ein Spaziergang durch einen College-Park. Im Sommer wird ein Picknickkorb gepackt und man leiht sich einen Stechkahn und schippert gemütlich über den Cherwell. Abends geht es dann in eines der traditionellen Restaurants und danach in einen urigen Pub, bis irgendwann der Barmann eine Glocke läutet und eine letzte Runde Drinks ausschenkt. 

Buchtipp: "Ein Fehler mit Vergangenheit"

Während eines Poloturniers in Kirtlington, einem wohlhabenden Vorort Oxfords, stirbt ein Spieler. Alles weist auf einen Unfall hin. Doch unter den Polospielern kursiert das Gerücht, dass ein Mädchen namens Cecilia Hillington etwas mit dem Vorfall zu tun hat. Die Inspectors Heidi Green und Frederick Collins ermitteln und stehen schon bald vor einem Rätsel. Denn Cecilia ist vor einigen Jahren spurlos aus Blenheim Palace verschwunden …

Taschenbuch, 244 Seiten, ISBN: 978-3-940258-57-1
11,95 € [D]; 12,40 € [A]
E-Book, ISBN 978-3-940258-58-8, 6,99 €

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