Wie würden Sie die Handlung in drei Sätzen skizzieren?

Ich brauche sogar nur einen Satz: Downton Abby meets Dorian Grey.

Was macht Ihr Buch besonders?

Ich denke das Setting. Ich liebe das viktorianische England. Es war so voller Gegensätze. Man strebte nach Fortschritt, dennoch gab es unglaublich viel Aberglaube und Prüderie. Dazu war es sehr morbide. Man hat zum Beispiel Porträtaufnahmen von Toten gemacht, um sich zu erinnern. Und vielleicht auch die Sprache. Denn ich liebe auch die Sprache des 19. Jahrhunderts. Natürlich habe ich eine etwas modernisierte Form benutzt, um das Lesen komfortabler zu gestalten.

Was hat Sie dazu inspiriert, eine Gothic Novel über eine Ehe mit einem Unbekannten zu schreiben?

Das Thema lag im viktorianischen England gar nicht so fern. Denn es wurden zu der Zeit vor allem in gehobenen Kreisen noch viele Ehen arrangiert, um einen Titel oder das Erbe zu erhalten. Liebe spielte meist keine große Rolle. Die Parteien wurden von Vermittlern, den Eltern usw. verkuppelt und es hat mitunter gedauert, bis sich das zukünftige Paar persönlich kennenlernen durfte. Da war die Idee von einer Ehe mit einem Unbekannten geboren.

Ein von Geistern heimgesuchtes Herrenhaus im viktorianischen England: Wieso haben Sie sich für dieses Setting entschieden?

Ich liebe das England des 19. Jahrhunderts und dazu gruselige Herrenhäuser. Es gibt nichts Schöneres als knarrende Türen und knarzende Treppen. Dazu einen guten Tee und ein Feuer im Kamin. (lacht)

In einem literarischen Zeitalter in dem Vampire glitzern: Was kann die klassische Gothic Novel der fantastischen Literatur zurückgeben?

Den subtilen Grusel – heutzutage geht Grusel meist in Richtung Horror und der kommt selten ohne mehr oder weniger drastische Szenen aus. Ich persönlich mag Horror nicht. Gothic Novels zeichnen dagegen das Unausgesprochene, das Ungezeigte aus und was die Phantasie daraus macht. Es ist die Atmosphäre, das Geheimnisvolle, die Schritte, die man hinter sich hört, obwohl keiner da ist.

Welche Leserschaft wollen Sie mit dem Buch ansprechen?

Alle, die sich gerne gruseln und einem Geheimnis auf die Spur kommen wollen, aber auch eine Prise Romantik brauchen.

Was lesen Sie privat gern?

Ich liebe die Romane von Agatha Christie, vor allem ihre Unbekannteren, wie „Das Sterben in Wychwood“. Der Roman hat meiner Meinung nach auch einen kleinen Gothic-Einschlag

Welche Frage, die wir noch nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gern beantwortet?

Vielleicht in welchen Genres ich noch schreibe? Ich mag alles Phantastische von Highfantasy bis Sci-Fi und alles dazwischen. Dazu das Mysteriöse aber auch Krimis. Schon lange liebäugele ich mit einem Krimi im Agatha Christie Stil, evtl. angesiedelt im viktorianischen England. Vielleicht auch wie „Das Sterben in Wychwood“ mit einem kleinen Gothic-Einschlag.

Sandra Bäumler

Autorin von

Ravenhurst


Buchtitel von Sandra Bäumler


Ravenhurst

Nach dem Freitod ihres Vaters, der die Last seiner hohen Spielschulden nicht mehr ertragen konnte, steht Lady Eleonore Warrington mittellos auf der Straße. Dorian Graves, der ihr unbekannte neue Besitzer ihres Londoner Stadthauses, lässt Eleonore über einen Anwalt ein Angebot unterbreiten, das sie kaum ablehnen kann. Wenn sie ihn ehelicht, darf sie das Haus behalten. Sie willigt ein. Als sie auf Ravenhurst, Graves Landsitz, eintrifft, scheint zunächst alles perfekt. Ihr zukünftiger Ehemann erweist sich als wohlhabend und äußerst attraktiv. Eine gute Partie. Doch nichts ist, wie es scheint, und Dorian hat ein Herz aus Stein …