Das andere Gesicht der Emily Brontë – Die "andere" Art der Covergestaltung

29. Juni 2019 von Anna Klöhn


Als die Frage an mich herangetreten wurde, ob ich nicht Lust hätte, zu einem „etwas anderen Roman über Emily Brontë“ ein Cover zu gestalten, habe ich sofort zugestimmt und war hoch erfreut! Ich las mich vorab ein wenig in das Manuskript ein und blieb an einem Kapitel hängen, das sofort ein Bild in mir erzeugte, da es die „typische Brontë-Stimmung“ vermittelt:

„Emily Brontë hatte eine besondere Verbundenheit zur Natur. Wie ihre Biographin Winifred Gérin feststellte, war sie nirgends ‚so sehr sie selbst, nirgendwo sonst so frei; an keinem anderen Ort hatte sie so viele Freunde, nämlich Wildtiere, die ihr eigenes Leben lebten und zu denen sie in enger, mitfühlender Verbindung stand.‘ Insofern ist es nicht unpassend, dass das Umland ihres Zuhauses in den Mooren (was im weiteren Sinne auch die Hügel der südlichen Pennines einschließt) heute als ‚Brontë Country‘ bekannt ist.“

(O´Callaghan, Claire: Das andere Gesicht der Emily Brontë, S. 106).

Somit war für mich sofort klar, die Natur als Leitmotiv auch in der Covergestaltung zu nehmen. Die einzelnen Bildelemente standen schnell fest: Eine mystische Moor-Thematik mit gedämpfter Tonalität – eine der Stimmungen, die LeserInnen mit Emily Brontë oft in Verbindung bringen. Ein sturmgepeitschter, krummer Baum durfte ebenfalls nicht fehlen. Ebenso ein wolkenverhangener, tiefer Himmel mit Lichtreflexen, die sich in einer matschigen Pfütze widerspiegeln. Nun ging es daran, passende Farbtöne zu finden, die eben diese Stimmung vermitteln. Das Bild misst im Original 36 x 48 cm und wurde mit weichen Pastellkreiden auf Büttenpapier nur mit den Händen gemalt und verwischt, ohne zusätzliche Hilfsmittel. Es wurden mehrere Schichten übereinander aufgetragen, bis die eben beschriebene Stimmung erreicht wurde. Moor- und Graslandschaften und der Vordergrund wurden durch isolierte Striche entwickelt und bilden somit einen Gegensatz zum diffusen Bildhintergrund und dem Himmel, der in vielen Farbschichten weich vermalt wurde. Um eine gedämpfte Stimmung zu entwickeln, wurden Braun- und Grüntöne sowie Grau und Umbranatur benutzt.

Das Bild misst im Original 36 x 48 cm und wurde mit weichen Pastellkreiden auf Büttenpapier nur mit den Händen gemalt und verwischt, ohne zusätzliche Hilfsmittel. Es wurden mehrere Schichten übereinander aufgetragen, bis die eben beschriebene Stimmung erreicht wurde.


Moor- und Graslandschaften und der Vordergrund wurden durch isolierte Striche entwickelt und bilden somit einen Gegensatz zum diffusen Bildhintergrund und dem Himmel, der in vielen Farbschichten weich vermalt wurde. Um eine gedämpfte Stimmung zu entwickeln, wurden Braun- und Grüntöne sowie Grau und Umbranatur benutzt.

Jedes Cover benötigt einen Blickfang, der möglichst zum Titel des Buches führen soll. Hier bildet diesen ein abgebrochener Pfahl an einer Wasserpfütze, der den Blick über den sturmgepeitschten Baum im Mittelgrund bis hin zu der späteren Schrift in den Wolken lenken soll.

Für den Bau des Covers wurde das Bild zum Schluss gespiegelt, damit auf der Rückseite des Buches der Klappentext besser zu lesen ist und vorne der sturmgepeitschte Baum Richtung Buchtitel verweist. Die dunkleren Farbtöne kommen erst nach und nach durch. Das Bild musste einige Zeit liegen, damit die Kreide in das Büttenpapier „einsinken“ konnte. Dadurch treten dann im späteren Verlauf tiefere Farbschichten hervor und das Bild dunkelt nach.

Viel Spaß bei der Lektüres des Buches "Das andere Gesicht der Emily Brontë"!

Anna Klöhn

Kleines Herstell-Video

© Annelie Lamers

Anna Klöhn

Weitere Informationen unter

www.kloehn-malerei.de