Geheime Verschlusssache:

Locked Room Mystery

28. November 2019 von Rob Reef


Mit „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ (1841) schuf Edgar Allan Poe den Prototypen der modernen Detektiverzählung. Viele heute als klassisch geltende Grundelemente dieses Genres wurden hier erstmals verwendet. Poe erfand – wenn man so will – das uns so vertraute Ermittlerduo (bestehend aus einem exzentrischen Meisterdetektiv und seinem Chronisten) und zahlreiche genrebildende Motive, wie etwa das Legen falscher Fährten (den berühmten „red herrings“), die unausgesprochene Regel, dass die am meisten verdächtige Person nie der Täter sein kann oder die unausweichliche Aufklärungsszene am Ende der Geschichten in denen der Detektiv die oft geheimnisvoll und übernatürlich wirkenden Rätsel rational erklärt und den Täter überführt.

Krimifans haben Poe also viel zu verdanken und hätten dennoch das Recht ihm gelegentlich etwas böse zu sein, nahm er doch dem uns allen so wichtigen trauten Heim für immer das Heimelige. Mit Poe trat das Böse in unsere vier Wände und wer glaubte es einfach durch das Abschließen der Tür fernhalten zu können sah sich getäuscht, denn „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ ist auch die Geburtsstunde des „Locked Room Mystery“, dem geheimnisvollen Mord in einem hermetisch abgeschlossenen Raum.

Genau in solch einen Fall (wenn auch für ihn glücklicherweise auf der richtigen Seite der Tür) gerät mein Detektiv, Professor John Stableford, in seinem neuesten Abenteuer. Es war für mich als Autor einfach an der Zeit sich dem Verschlossenen-Raum-Motiv zu widmen und auch Stableford brauchte nach diversen Landhausmorden, einem Mord ohne Leiche, zwei unmöglichen Morden und einem Mord ohne Mörder eine neue Herausforderung. Dass Stablefords guter Freund, Sir Perceval Holmes, für ihren neuen Fall einen Roman von John Dickson Carr zurate zieht ist übrigens kein Zufall. Carr ist der Meister dieses Genres und obwohl sich Holmes nichts aus Detektivromanen macht glaubt er dem Mörder mit dem „Vortrag über den verschlossenen Raum“ (in: „Der verschlossene Raum“ (1935); Kapitel 17) auf die Spur kommen zu können. Ich kann Carrs Roman nur jedem zur Lektüre empfehlen doch ob er Holmes bei der Lösung hilft wird hier natürlich nicht verraten. Ein Geheimnis kann ich jedoch lüften: Stableford wird auch ein sechstes Abenteuer erleben – und dann wird es weihnachtlich ... 


Rob Reef


Bildquelle: www.pixabay.com


Weitere Informationen zum Autor 

finden Sie hier:        

Weitere Titel des Autors

Rob Reef

Tod eines Geistes

Ein Devon-Krimi

Rob Reef

Das Rätsel von

Ker Island

Ein Cornwall-Krimi

Rob Reef

Ein unmöglicher Mord

Ein Yorkshire-Krimi

Rob Reef

Das Geheimnis von Benwick Castle

Ein Schottland-Krimi

Rob Reef

Stableford

Ein Cornwall-Krimi