Nichts ist, wie es scheint, in Mara Laues neuem Irland-Krimi

Oktober 2020 von Mara Laue


»Die Tote vom Dublin Port« – Mara Laue, Oktober 2020 im Dryas Verlag


Ich habe zwei Länder, die ich besonders gern besuche: Schottland und Irland. Nachdem ich eine Reihe von Schottland-Krimis geschrieben hatte („Talisker Blues“ und die Rowan-Lockhart-Trilogie) und bevor ich eine neue Reihe um den Versicherungsdetektiv Glen Kincaid und seinen Hund Shade beginne, die ebenfalls dort spielt, war endlich Irland an der Reihe, Schauplatz eines Krimis zu sein. Irland ist zwar ein wundervolles, atemberaubendes Land, aber es hat – wie jedes andere Land auch – seinen Anteil an Verbrechen. Nicht zuletzt wegen der irischen Mafia, die dort ihr Unwesen treibt.

Doch in meinen Krimis, egal wo sie spielen, geht es niemals nur um ein Verbrechen oder eine ganze Serie, sondern immer auch um Zwischenmenschliches und manchmal existenzielle Fragen. In „Die Tote vom Dublin Port“ verliert der leidenschaftliche Musiker und sporadische Privatdetektiv Russel O’Leary nicht nur seine Freundin Aislyn, die er über alles liebt, durch einen Mord. Im Verlauf der Ermittlungen, bei denen ihn sein Freund Detective Sergeant Declan Walsh tatkräftig unterstützt, muss er erkennen, dass Aislyn nicht die Frau war, für die er sie gehalten hat. Wie geht man mit so einer schweren Enttäuschung, mit dem Unfassbaren um? Wie verkraftet man nicht nur den Tod eines geliebten Menschen, sondern ein posthum gebrochenes Herz und damit einhergehende Selbstzweifel? Was tut man, wenn einen die Angst vor der Wahrheit und der Drang, sich Gewissheit zu verschaffen, innerlich zerreißen?

Je tiefer Russel gräbt, um Aislyns Mörder zu finden, desto größere Abgründe tun sich auf, die manches in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Doch wer zu tief gräbt, stößt manchmal auf Dinge, die andere Leute nichts ans Licht gezerrt wissen wollen. Und ehe Russel sich versieht, schwebt er nicht nur in Lebensgefahr. Er muss sich auch entscheiden, ob er wirklich die ganze Wahrheit erfahren will – und ob er Aislyn verzeihen kann.

Über die Autorin

Mara Laue (Jahrgang 1958) arbeitet als Berufsschriftstellerin und schreibt hauptsächlich Krimis/Thriller, Science Fiction, Okkult-Krimis, Dark Romance, Fantasy und Lyrik sowie Theaterstücke.