Von Masken und Morden

März 2020 von Jessica Müller


Mit der Flucht vor einer arrangierten Ehe, einem Maskenball und Arsen im Champagnerglas beginnt die Jagd auf einen heimtückischen Giftmörder in meinem ersten viktorianischen Krimi "Tod hinter der Maske".

Im 19. Jahrhundert erlebt der sogenannte "König der Gifte" – Arsen – eine wahre Blütezeit. Doch auch die Wissenschaftler schlafen nicht und machen so manchen Giftmischer*innen wie Marie Lafarge einen Strich durch die Rechnung. Bereits 1840 kann sie des Mordes an ihrem Ehemann überführt werden, denn wie sich herausstellt, ist es keineswegs nur harmloser Orangenblütenzucker, den sie ihrem Mann in ein vom Arzt verordnetes Milch-Ei-Gemisch gerührt hat. Auch in "Tod hinter der Maske" wird Sir William May auf einer Spenden-Soiree heimlich Gift verabreicht. Und das ausgerechnet in Fleur Fatales Einrichtung für gefallene Frauen, wo Charlotte von Winterberg Unterschlupf und Arbeit als Hauslehrerin gefunden hat. Dank des sogenannten Marsh-Tests stellt sich schnell heraus, dass Arsen der lautlose Killer ist. Für viele Moralapostel ist die Mörderin schnell gefunden: die Gastgeberin, selbst eine ehemalige Kurtisane, die nun junge Frauen vor einem gefährlichen Leben als Prostituierte bewahren möchte.

Das viktorianische London ist zweifellos eine reiche Stadt, doch fernab der eleganten Stadthäuser und gediegenen Gentlemen Clubs, in denen es keineswegs nur gesittet zugeht, kämpfen viele Menschen in den nebelverhangenen Straßen um ihr Überleben. Gerade Frauen leiden unter den oft harschen Lebensbedingungen, und für viele ist das horizontale Gewerbe eine Alternative zur harten Arbeit in den vornehmen Haushalten. Viele "Celebrities" jener Zeit wie Charles Dickens werden niemals müde die sozialen Missstände anzuprangern. Fleur Fatales Einrichtung für gefallene Frauen ist zwar fiktiv, aber bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründet Dickens mithilfe wohlhabender Sponsoren eine Einrichtung für ausstiegswillige Prostituierte, um ihnen den Gang in die menschenunwürdigen Arbeitshäuser zu ersparen.

Die adlige deutsche Ausreißerin Charlotte von Winterberg lässt sich von Londons Schattenseiten aber nicht abschrecken, und letztlich begegnet sie in dieser pulsierenden Stadt nicht nur eiskalten Mördern, sondern auch ihrer großen Liebe.

Über die Autorin

Jessica Müller wurde 1976 in München geboren. Den Bachelor of Arts in den Fächern Germanistik und Geschichte erwarb sie 2016 an derUniversität zu Köln. Sie ist die Autorin der Krimi-Reihe umHauptkommissar Hirschberg und wohnt in Bonn.